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Diese Webseite “facilitating sustainable practices” ist aus dem Wunsch entstanden, das Thema meiner Promotion und die Ergebnisse meiner Forschung einem breitem Publikum außerhalb der Wissenschaft zugänglich zu machen. Meine Dissertation behandelt am Beispiel der Radverkehrsförderung die Frage, wie unterschiedliche Eingriffe, nämlich Infrastrukturmaßnahmen auf der einen Seite und zivilgesellschaftliche Aktionen auf der anderen Seite, alltägliches Verhalten von Menschen beeinflussen.

Das Thema Verhaltensveränderung wird heute öffentlich diskutiert. Eine große Bandbreite drängender sozialer Herausforderungen, wie zum Beispiel Klimaschutz, gesunde Ernährung, Altersvorsorge und viele andere mehr, soll durch das Verändern von individuellem Verhalten gelöst werden. Menschen sollen mehr fürs Alter sparen, sich mehr bewegen, weniger Fettes und Süßes essen, weniger Auto und mehr Fahrrad fahren. Zum Beispiel schreibt das Umweltbundesamt:

Es wird immer deutlicher, dass wir zum Erreichen der Klimaschutzziele, aber auch weil Energie und andere Ressourcen knapper und teurer werden, unser Verbraucher- und speziell unser Verkehrsverhalten ändern müssen.
UBA, 2013: Potenziale des Radverkehrs für den Klimaschutz

„Facilitating sustainable practices“ soll einen Beitrag zu dieser Debatte leisten. Wie bekommt man Menschen dazu, sich anders zu verhalten? Gesetze, Anreize sowie Informations- und Werbekampagnen haben in den letzten Jahrzehnten dafür geworben, dass wir uns im Auto anschnallen, dass wir Mehrwegflaschen zurückbringen und dass wir „Aids keine Chance geben“. Allerdings ist der Erfolg dieser Maßnahmen oft nicht so flächendeckend wie ursprünglich erwünscht.

Viele unserer Verhaltensweisen beruhen eben nicht auf bewussten Entscheidungen, sondern sind eingebunden in alltägliche Routinen, über die wir kaum mehr nachdenken. Routinen sind meist Bündel aus vielen einzelnen Aktionen, welche nur im Zusammenhang Sinn ergeben. Das heißt nicht, dass wir uns nicht anders verhalten könnten, sondern einfach, dass es sehr schwierig ist, alltägliche Routinen zu durchbrechen.

„Facilitating sustainable practices“ verfolgt den Ansatz, nachhaltiges Verhalten zu erleichtern. Sich nachhaltig zu verhalten, heißt heute noch oft, soziale Konventionen durchbrechen zu müssen, sich anders zu verhalten, Pionier zu sein. Facilitating zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen so verändern, dass nachhaltiges Verhalten zur Norm wird. Nur wenn nachhaltiges Verhalten als normal anerkannt ist, kann es erfolgreiche und dauerhafte Veränderung geben. Ich lade Sie ein, auf diesen Seiten mehr über den Facilitating-Ansatz zu erfahren.